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Amazon FBA Gebühren einfach erklärt: Was 2026 von deinem Verkaufspreis übrig bleibt

Viele Anfänger schauen sich zuerst an, wie oft ein Produkt verkauft wird, und erst danach, was der Verkauf kostet. Genau andersherum ist es sinnvoller. Die Gebühren entscheiden, ob aus einem Produkt mit guter Nachfrage überhaupt etwas übrig bleibt. Hier steht, welche Posten Amazon dir berechnet, welche Kosten dazukommen, die auf keiner Gebührenrechnung stehen, und wie du das vor dem Einkauf durchrechnest.

Die drei Blöcke, aus denen sich FBA-Kosten zusammensetzen

Wenn du bei Amazon mit Versand durch Amazon verkaufst, zahlst du nicht eine Gebühr, sondern mehrere, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen. Es hilft, sie in drei Blöcke zu sortieren.

Erstens die Gebühren pro Verkauf: die Verkaufsgebühr, oft Provision genannt, und die FBA-Versandgebühr. Zweitens die laufenden Gebühren, unabhängig davon, ob du verkaufst: das Verkäuferkonto und die Lagergebühr für die Ware im Amazon-Lager. Drittens die Sondergebühren, die nur in bestimmten Fällen greifen, etwa für Langzeitlagerung, Entsorgung, Rücktransport oder das Etikettieren durch Amazon.

Die konkreten Beträge stehen in Seller Central unter den Gebührentabellen. Sie ändern sich, und sie hängen von Kategorie, Maßen und Gewicht ab. Verlass dich deshalb nie auf eine Zahl aus einem Video, sondern immer auf die aktuelle Tabelle für amazon.de.

Die Verkaufsgebühr: ein Prozentsatz vom Gesamtpreis

Die Verkaufsgebühr ist ein Prozentsatz deines Verkaufspreises. Wichtig ist, worauf sich dieser Prozentsatz bezieht: auf den Gesamtbetrag, den der Käufer zahlt, also inklusive der Umsatzsteuer und gegebenenfalls der Versandkosten, nicht auf deinen Nettoerlös. Das übersehen viele bei der ersten Kalkulation.

Der Satz hängt von der Kategorie ab. In vielen Kategorien liegt er bei 15 %, in einzelnen darunter, in wenigen darüber. Für manche Produktgruppen gibt es zusätzlich eine Mindestgebühr pro Artikel, was bei sehr günstigen Produkten spürbar wird.

Praktische Folge: Bei einem Artikel für wenige Euro frisst die Kombination aus Provision, Versandgebühr und Umsatzsteuer fast den gesamten Preis auf. Deshalb tun sich Einsteiger mit sehr billigen Produkten schwer, auch wenn sich diese gut verkaufen.

Die FBA-Versandgebühr: Maße und Gewicht bestimmen alles

Für die Lagerung, das Verpacken, den Versand und den Kundenservice berechnet Amazon eine Gebühr pro verkaufter Einheit. Sie richtet sich nach der Größenklasse und dem Gewicht deines Produkts, nicht nach dem Preis.

Amazon misst das verpackte Produkt und stuft es in eine Größenklasse ein. Zwischen den Klassen liegen echte Sprünge. Wenn dein Karton einen Zentimeter zu hoch ist oder ein paar Gramm zu schwer, landest du in der nächsten Stufe und zahlst dauerhaft mehr, bei jedem einzelnen Verkauf. Bei Produkten mit geringem Gewicht wird außerdem oft das Volumengewicht herangezogen, also die Größe statt des tatsächlichen Gewichts.

Für dich heißt das: Miss und wiege dein Produkt in der endgültigen Verkaufsverpackung, bevor du bestellst. Manchmal reicht eine flachere Verpackung oder ein anderer Einleger, um eine Klasse tiefer zu rutschen. Das ist einer der wenigen Hebel, die du nach dem Einkauf kaum noch bewegen kannst.

Lagergebühren, Langzeitlagerung und die Kosten für schlechte Planung

Die Lagergebühr wird monatlich nach dem Volumen berechnet, das deine Ware im Lager belegt. In den letzten Monaten des Jahres liegt sie deutlich höher als im Rest des Jahres, weil der Platz vor dem Weihnachtsgeschäft knapp ist.

Bleibt Ware sehr lange liegen, kommen Gebühren für Langzeitlagerung obendrauf. Wer zu viel einkauft, zahlt also doppelt: gebundenes Kapital und steigende Lagerkosten. Wer zu wenig einkauft, geht out of stock und verliert die Position in der Suche. Diese Balance ist der eigentliche Teil der Arbeit, der über Monate über deine Marge entscheidet.

Dazu kommen Kosten, die nur bei Bedarf entstehen: die Entsorgung oder der Rücktransport von Restbeständen, die Bearbeitung von Retouren und, wenn du deine Kartons nicht selbst korrekt vorbereitest, Servicegebühren für das Etikettieren oder Umpacken durch Amazon.

Die Kosten, die Amazon dir nicht in Rechnung stellt

Eine Kalkulation, die nur aus Amazon-Gebühren besteht, ist zu optimistisch. Rechne diese Posten mit ein:

Beim Import von außerhalb der EU zahlst du Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Die Einfuhrumsatzsteuer bekommst du als vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer zurück, sie belastet aber erst einmal deine Liquidität. Der Zollsatz dagegen ist eine echte Kostenposition und hängt von der Zolltarifnummer deiner Ware ab.

Bei der Umsatzsteuer gilt: Wenn du die Kleinunternehmerregelung nutzt, weist du keine Umsatzsteuer aus, kannst aber auch keine Vorsteuer ziehen. Sobald du regelbesteuert bist, gehören von deinem Bruttopreis 19 % dem Finanzamt und nicht dir. Rechne deine Marge immer netto.

  • Einkaufspreis der Ware und Transport bis ins Amazon-Lager
  • Zoll und Einfuhrumsatzsteuer bei Ware aus Drittländern
  • Verpackung, Etiketten, Barcodes und gegebenenfalls Prüfungen oder Zertifikate
  • Beteiligung an einem dualen System und die LUCID-Registrierung nach dem Verpackungsgesetz
  • Werbung über Amazon Ads, gerade in den ersten Monaten
  • Rücksendungen und beschädigte Ware
  • Umsatzsteuer, Steuerberatung, Gewerbeanmeldung und laufende Buchhaltung

So rechnest du es selbst durch

Geh in dieser Reihenfolge vor. Erstens: Nimm den geplanten Bruttoverkaufspreis und zieh die Umsatzsteuer ab, sofern du sie abführst. Zweitens: Zieh die Verkaufsgebühr ab, berechnet auf den Bruttopreis. Drittens: Zieh die FBA-Versandgebühr für deine Größenklasse ab. Viertens: Zieh deinen Einkaufspreis pro Stück ab, einschließlich Fracht und Zoll. Fünftens: Zieh einen Betrag für Lagerung, Retouren und Werbung ab.

Was danach übrig bleibt, ist dein Deckungsbeitrag pro Stück. Erst wenn dieser Wert auch dann noch positiv ist, wenn du beim Verkaufspreis 10 % nach unten gehst und bei den Werbekosten großzügig schätzt, hast du ein Produkt, das eine Prüfung wert ist.

Setz die Zahlen nicht aus dem Bauch heraus an. Nimm die aktuellen Gebührentabellen aus Seller Central und ein echtes Angebot deines Lieferanten. Wenn du beides zusammen hast, dauert die Rechnung ein paar Minuten. Der Rechner auf SellerScale führt dich durch die Posten, damit du keinen vergisst.

Häufige Fragen

Was kostet ein Verkäuferkonto bei Amazon?
Es gibt zwei Tarife. Der Einzelanbieter zahlt keine monatliche Grundgebühr, dafür einen festen Betrag pro verkauftem Artikel. Der professionelle Tarif kostet 39 € pro Monat zuzüglich Umsatzsteuer, ohne Zuschlag pro Verkauf. Ab einer gewissen Anzahl Bestellungen pro Monat lohnt sich der professionelle Tarif, außerdem brauchst du ihn für Werbung und für viele Funktionen in Seller Central.
Ist FBA teurer als der Versand durch mich selbst?
Pro Einheit meist ja, weil die FBA-Gebühr Lagerung, Verpackung, Versand, Retouren und Kundenservice enthält. Rechne sie gegen deine eigenen Kosten für Porto, Verpackung, Arbeitszeit und Retourenbearbeitung. Dazu kommt, dass FBA-Angebote für Prime-Kunden attraktiver sind. Für kleine, leichte und günstige Produkte kann Eigenversand trotzdem sinnvoller sein.
Ändern sich die FBA-Gebühren?
Ja, Amazon passt die Tarife regelmäßig an und kündigt Änderungen in Seller Central an. Rechne deine Produkte deshalb mindestens einmal im Jahr neu durch, besonders bevor du eine große Nachbestellung auslöst.
Wie viel Marge sollte nach allen Gebühren übrig bleiben?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil sie von deinem Kapital, deiner Umschlagsgeschwindigkeit und deinem Werbebudget abhängt. Sinnvoll ist die Frage andersherum: Bleibt genug übrig, damit du nach Steuern die nächste Bestellung aus dem eigenen Umsatz bezahlen kannst? Wenn nicht, wird das Produkt zum Zuschussgeschäft.